Hochzeitsrede: Beispiele für Trauzeugen, Brautvater, Brautmutter, Freunde und das Brautpaar
Auf dieser Seite findest du neun vollständige Hochzeitsreden zum Vorlesen: für Trauzeuge und Trauzeugin, Brautvater und Brautmutter, einen Freund des Paares, das Brautpaar selbst und die Traurednerin einer freien Trauung. Dazu kommen eine Rede, die nach anderthalb Minuten vorbei ist, eine mit viel Humor und zehn Trinksprüche.
Alle Namen und Geschichten sind erfunden. Abschreiben hilft dir deshalb wenig: Die Rede über Clara und Deniz funktioniert, weil sie von einem Tisch in Leipzig-Connewitz erzählt, und diesen Tisch gibt es in deiner Geschichte nicht. Nimm dir den Aufbau, den Ton und die Länge, und setz deine eigene Erinnerung ein. Unter jeder Rede steht, warum sie funktioniert und welche Fragen du für deine Version beantworten solltest. Wie eine Hochzeitsrede grundsätzlich aufgebaut ist, erklärt die Seite Hochzeitsrede schreiben.
Rede des Trauzeugen
Als Trauzeuge kennst du meist einen der beiden seit Jahren und hast Geschichten für drei Reden. Die Kunst ist, eine davon so zu erzählen, dass sie am Ende von beiden handelt. In diesem Beispiel spricht Tobi über seinen Schulfreund Deniz und über Clara, die Deniz beim Ausmessen einer Küchennische kennengelernt hat.
Beispiel – Namen und Geschichten sind erfunden
Tobi, Trauzeuge, über Clara und Deniz
434 Wörter · etwa 4 Minuten
Liebe Clara, lieber Deniz, liebe Familien, liebe Gäste,
für alle, die mich noch nicht kennen: Ich bin Tobi. Deniz und ich sitzen seit der fünften Klasse nebeneinander, erst in Mathe, später im Auto, heute zum ersten Mal an einer Hochzeitstafel. Als Deniz mich gefragt hat, ob ich sein Trauzeuge sein will, hat er das schriftlich getan. Auf einem Zettel, mit einem Kästchen für Ja und einem für Nein. Das Nein-Kästchen war sehr klein.
Wer Deniz kennt, weiß: Er liest Anleitungen. Nicht überfliegen, lesen. Zweimal. Er ist Tischler, und sein Lieblingssatz lautet: „Messen ist billiger als Holz.“ Den habe ich in den letzten fünfzehn Jahren ungefähr dreihundertmal gehört. Heute erzähle ich euch, wann dieser Satz zum ersten Mal nicht ganz gestimmt hat.
Vor vier Jahren rief Deniz mich an: „Ich baue einen Tisch für eine Kundin. Küchennische, schräge Wand, kompliziert.“ Die Kundin war Clara. Deniz ist hingefahren und hat die Nische ausgemessen. Eine Woche später ist er noch mal hingefahren, weil er die Schräge, Zitat, „nicht genau genug“ hatte. Beim dritten Mal hat Clara ihm die Tür aufgemacht, ihn angesehen und gesagt: „Deniz, das Maß hast du doch schon.“ Und Deniz hat gesagt: „Ja. Aber ich wollte nicht, dass es das letzte Mal ist.“
Ich weiß das so genau, weil ich zwei Wochen später mit ihm diesen Tisch in den vierten Stock getragen habe. Altbau in Connewitz, kein Aufzug, Eiche massiv. Oben stand Clara mit einem Topf Soljanka und meinte, wir sollen uns nicht so anstellen. Auf dem Heimweg habe ich Deniz gefragt, ob er die Schräge jetzt endlich hat. Er hat nur gegrinst.
Clara, du bist Hebamme. Du arbeitest, wenn andere schlafen, und du bleibst ruhig, wenn alle anderen hektisch werden. Deniz plant alles drei Tage im Voraus. Du planst so, dass du trotzdem um drei Uhr nachts losfahren kannst. Und ihr habt etwas gefunden, das für euch beide funktioniert: Wer spät heimkommt, findet einen Zettel auf dem Tisch. Auf diesem Tisch. Da steht dann „Suppe ist im Kühlschrank“ oder „Heizung ist an, schlaf gut“ oder einfach eine kleine Zeichnung. Deniz hat mir mal verraten, dass Clara alle Zettel aufhebt, in einem Schuhkarton. Inzwischen sind es zwei Schuhkartons.
Was ich euch wünsche: dass dieser Tisch voll bleibt. Mit Freunden, mit Soljanka, mit Plänen und mit Zetteln. Dass ihr weiter so genau ausmesst, was der andere gerade braucht. Und Deniz, dass du dich auch mal auf etwas einlässt, für das es keine Anleitung gibt. Heute zum Beispiel.
Ihr Lieben, bitte steht auf und hebt eure Gläser. Auf Clara und Deniz, auf den Tisch in Connewitz und auf alles, was noch darauf landen wird. Zum Wohl!
Aus diesen Stichpunkten ist die Rede gebaut
- Deniz und ich: befreundet seit der 5. Klasse
- Deniz ist Tischler, liest jede Anleitung zweimal. Spruch: „Messen ist billiger als Holz.“
- Kennengelernt: Tisch für Claras Küchennische, dreimal ausgemessen. Clara: „Das Maß hast du doch schon.“
- Tisch in den 4. Stock getragen (Connewitz, kein Aufzug), danach gab es Soljanka
- Clara ist Hebamme, oft Nachtdienst. Die beiden schreiben sich Zettel, Clara hebt alle auf (zwei Schuhkartons)
- Bitte nicht: Geschichten vom Junggesellenabschied
Warum sie funktioniert
- Einstieg
- Ein Satz dazu, woher Tobi Deniz kennt, dann eine kleine Pointe (das Nein-Kästchen), die zeigt, wie Deniz tickt, bevor die eigentliche Geschichte beginnt.
- Eine Geschichte
- Die Geschichte hat einen Ort, eine Zeit und ein wörtliches Zitat. Claras Satz „Das Maß hast du doch schon“ sagt mehr über den Anfang der beiden als jede Beschreibung von Verliebtheit.
- Die beiden zusammen
- Aus zwei Porträts wird ein Bild: Er plant, sie improvisiert, und die Zettel auf dem Tisch zeigen, wie sie das zusammenbringen. Clara ist keine Nebenfigur, obwohl Tobi Deniz viel länger kennt.
- Wünsche
- Die Wünsche greifen die Bilder der Rede wieder auf (Tisch, Soljanka, Zettel), statt allgemein Glück zu wünschen.
- Trinkspruch
- Kurz, mit beiden Namen und einem letzten Blick auf den Tisch. Danach ist Schluss, kein „Und eins noch …“.
Das brauchst du für deine Version
Diese Fragen stellt dir RedeStudio zu einer Hochzeitsrede. Für diese Rolle zählen vor allem:
- Deine Verbindung zum PaarWoher kennst du die beiden, und welche gemeinsame Erinnerung fällt dir als Erstes ein?
- Die beiden einzelnWie würdest du jeden der beiden in zwei, drei Sätzen beschreiben? Worin unterscheiden sie sich?
- Wie sie sich kennengelernt habenWie haben sich die beiden kennengelernt? Wer hat den ersten Schritt gemacht?
- Was sie als Paar ausmachtWas macht die beiden als Paar aus? Welche Rituale, Macken oder Leidenschaften teilen sie?
- Werte und WünscheWas ist den beiden wichtig, und was wünschen sie sich für ihre gemeinsame Zukunft?
- Bitte vermeidenGibt es Themen, Namen oder Geschichten, die auf keinen Fall vorkommen sollen?
Kennst du die Partnerin oder den Partner deines Freundes noch nicht lange, frag deren Freundinnen und Freunde nach einer Geschichte. Sonst wird die Rede ein Porträt von einer Person.
Schreib deine eigene Version
RedeStudio stellt dir diese Fragen und macht aus deinen Antworten einen ersten Entwurf, den du Satz für Satz anpasst. Der Anlass Hochzeit ist schon ausgewählt, als Rolle wählst du danach „Trauzeugin / Trauzeuge“.
Rede der Trauzeugin
Die Trauzeugin kennt oft die Seite, die sonst niemand sieht: die WG-Küche, die Anrufe mitten in der Nacht. Hier spricht Nina über ihre frühere Mitbewohnerin Hanna, die für Esther vom Freiburger Altbau auf einen Hof im Allgäu gezogen ist.
Beispiel – Namen und Geschichten sind erfunden
Nina, Trauzeugin, über Hanna und Esther
396 Wörter · etwa 3,5 Minuten
Liebe Hanna, liebe Esther, liebe Familien, liebe Freundinnen und Freunde,
ich bin Nina. Hanna und ich haben vor zwölf Jahren in Freiburg zusammengewohnt: zwei Zimmer, eine Küche, ein Bad mit Fenster zum Lichtschacht. In dieser Wohnung habe ich zwei Dinge gelernt. Erstens: Hanna ist morgens nicht ansprechbar, bevor sie Kaffee hatte. Zweitens: Man isst ihr nie, wirklich nie, das letzte Stück Käsekuchen weg.
Hanna ist Tontechnikerin. Sie hört Dinge, die wir anderen überhören: das Brummen in einem Kabel, den Kühlschrank im Nebenzimmer, den Moment, in dem jemand am Telefon lächelt. Und sie war ein Stadtmensch durch und durch. Ihr Lieblingsgeräusch war die Straßenbahn unter unserem Fenster. Das hat sich geändert.
Die beiden haben sich auf der Hochzeit einer gemeinsamen Freundin kennengelernt, am Kuchenbuffet, im Streit um das letzte Stück. Ihr ahnt, welcher Kuchen. Esther hat es Hanna überlassen. Hanna sagt heute, das war der Moment. Esther sagt, sie hatte vorher schon zwei Stücke gegessen.
Esther ist Tierärztin im Allgäu, für Großtiere, vor allem Kühe. Ihr Telefon klingelt, wann es will. Ein halbes Jahr nach dieser Hochzeit rief Hanna mich um drei Uhr nachts an. Ich dachte, es ist etwas passiert. Sie hat geflüstert: „Nina, ich stehe in einem Kuhstall und halte eine Taschenlampe. Esther hat gerade einem Kalb auf die Welt geholfen, und es steht schon.“ Pause. „Ich glaube, ich bleibe hier.“
Und sie ist geblieben. Hanna hat ihr Studio in einen alten Hühnerstall verlegt, gedämmt mit Eierkartons. Das ist kein Witz, ich war da. Sie weiß jetzt, wie man Heu von Stroh unterscheidet. Und Esther weiß, dass man Hanna morgens erst den Kaffee hinstellt und dann redet.
Wenn ich die beiden heute zusammen sehe, fällt mir vor allem auf, wie gut sie einander zuhören. Hanna hört, wenn Esther nach einer langen Nacht müder ist, als sie zugibt. Esther merkt, wenn Hanna zu lange im Hühnerstall sitzt, und bringt ihr dann wortlos einen Teller rüber. Mit Käsekuchen, natürlich.
Ihr zwei, ich wünsche euch ruhige Nächte, wenigstens ab und zu. Ich wünsche euch einen Hof, auf dem es nie zu still wird. Dass Hanna irgendwann ein Album aufnimmt, nur mit Geräuschen von eurem Hof, und dass Esther es sich ganz anhört, auch wenn sie dabei einschläft. Und dass ihr euch das letzte Stück immer gönnt. Abwechselnd.
Bitte hebt eure Gläser: Auf Hanna und Esther, auf die Nacht im Kuhstall und auf alles, was danach kam. Zum Wohl!
Aus diesen Stichpunkten ist die Rede gebaut
- Hanna und ich: WG in Freiburg, vor zwölf Jahren
- Hanna: Tontechnikerin, Stadtmensch, ohne Kaffee nicht ansprechbar, Käsekuchen!
- Kennengelernt am Kuchenbuffet einer Hochzeit, Streit ums letzte Stück, Esther lässt es ihr
- Anruf nachts um drei aus dem Kuhstall: „Ich glaube, ich bleibe hier.“
- Hannas Studio jetzt im alten Hühnerstall, gedämmt mit Eierkartons
- Beide merken, wenn die andere müde ist
Warum sie funktioniert
- Einstieg
- Die WG in Freiburg erklärt in drei Sätzen, warum Nina spricht, und legt zwei Fäden aus (Kaffee, Käsekuchen), die später wiederkommen.
- Eine Geschichte
- Der nächtliche Anruf ist die Szene, an die sich alle erinnern werden: ein Ort, eine Uhrzeit, ein wörtliches Zitat. „Ich glaube, ich bleibe hier“ braucht keine Erklärung.
- Die beiden zusammen
- Esther bekommt ihr eigenes Porträt, obwohl Nina sie weniger lange kennt. Die Rede zeigt, was beide voneinander gelernt haben, ohne daraus ein Drama zu machen.
- Wünsche und Trinkspruch
- Die Wünsche kommen aus der Welt der beiden (Hof, Album, letztes Stück) und sind leicht genug, dass niemand schlucken muss. Der Trinkspruch nennt beide Namen und die Nacht, um die es ging.
Das brauchst du für deine Version
Diese Fragen stellt dir RedeStudio zu einer Hochzeitsrede. Für diese Rolle zählen vor allem:
- Deine Verbindung zum PaarWoher kennst du die beiden, und welche gemeinsame Erinnerung fällt dir als Erstes ein?
- Erste EindrückeWas ist den beiden am anderen zuerst aufgefallen? Und wann war klar, dass es ernst wird?
- Die beiden einzelnWie würdest du jeden der beiden in zwei, drei Sätzen beschreiben? Worin unterscheiden sie sich?
- Was sie als Paar ausmachtWas macht die beiden als Paar aus? Welche Rituale, Macken oder Leidenschaften teilen sie?
- Werte und WünscheWas ist den beiden wichtig, und was wünschen sie sich für ihre gemeinsame Zukunft?
- Bitte vermeidenGibt es Themen, Namen oder Geschichten, die auf keinen Fall vorkommen sollen?
Die Frage nach den ersten Eindrücken ist für Trauzeuginnen Gold wert: Du warst oft die Erste, der davon erzählt wurde. Was wurde dir damals am Telefon gesagt?
Schreib deine eigene Version
RedeStudio stellt dir diese Fragen und macht aus deinen Antworten einen ersten Entwurf, den du Satz für Satz anpasst. Der Anlass Hochzeit ist schon ausgewählt, als Rolle wählst du danach „Trauzeugin / Trauzeuge“.
Rede des Brautvaters
Der Brautvater spricht oft als Erster und oft zum ersten Mal vor so vielen Menschen. Er muss niemanden beeindrucken. Es reicht eine Geschichte aus der Kindheit, die zum heutigen Paar führt, und ein ehrliches Wort an die neue Familie. Hier erzählt Rainer von einer Seifenkiste.
Beispiel – Namen und Geschichten sind erfunden
Rainer, Vater der Braut, über Paula und Samuel
432 Wörter · etwa 4 Minuten
Liebe Paula, lieber Samuel, liebe Ama, lieber Kwame, liebe Gäste,
ich bin Rainer, Paulas Vater, und ich halte heute die erste Rede meines Lebens. Monika hat gesagt, ich soll einen Zettel mitnehmen. Hier ist er. Sie hat auch gesagt, ich soll nicht länger als fünf Minuten reden. Die Uhr läuft.
Als Paula zehn war, wollte sie beim Seifenkistenrennen in unserer Straße mitfahren. Ich dachte, wir kaufen einen Bausatz. Paula dachte das nicht. Sie hat drei Wochen lang in der Garage gezeichnet, gerechnet und mir erklärt, warum die Achse kein Besenstiel sein darf. Ich habe gesägt, geschraubt und viel genickt. Beim Rennen sind wir Vorletzte geworden. Aber wir waren die Einzigen, bei denen hinterher noch alle vier Räder dran waren. Paula hat das auf der Heimfahrt dreimal erwähnt.
Die Seifenkiste hängt bis heute in unserer Garage an der Wand. Die meisten Besucher bemerken sie gar nicht.
Vor drei Jahren kam Paula mit Samuel zum ersten Mal zum Kaffee. Ich war nervös, ehrlich gesagt mehr als er. Nach dem Kuchen hat Samuel gefragt, wo das Bad ist. Zehn Minuten später war er immer noch nicht zurück. Ich habe ihn dann in der Garage gefunden. Er hatte sich vor die Seifenkiste gehockt und sah sich die Achse von unten an. Und er hat gesagt: „Die ist gut gebaut. Wer hat die gerechnet?“
Da habe ich zum ersten Mal gedacht: Der hat verstanden, mit wem er zusammen ist.
Paula ist heute Bauingenieurin. Sie rechnet Brücken, und ich fahre Umwege, um über eine davon zu fahren. Samuel unterrichtet Physik und Sport, was erklärt, warum er Achsen mag und trotzdem schneller die Treppe hochkommt als ich. Die beiden reden beim Frühstück über Statik. Ich verstehe nicht jedes Wort. Aber wie sie sich dabei anschauen, das verstehe ich.
Liebe Ama, lieber Kwame, bei unserem ersten Besuch in Bremen gab es bei euch Jollof-Reis. Monika hat seitdem dreimal versucht, ihn nachzukochen, und sagt jedes Mal, es fehlt noch etwas. Ama, ich glaube, ihr zwei müsst das mal zusammen kochen. Ich stelle mich gern als Vorkoster zur Verfügung. Wir sind froh, dass wir jetzt eine Familie sind.
Paula, Samuel: Ich wünsche euch, dass ihr weiter zusammen baut, am liebsten ohne Bausatz. Dass ihr einander zuhört, auch wenn der andere gerade etwas erklärt, das man längst weiß. Dass ihr euch beim Rennen nicht darum kümmert, wer Erster wird, sondern darum, dass alles hält. Und dass ihr in dreißig Jahren eine Garage habt, in der etwas an der Wand hängt, das nur ihr zwei richtig versteht.
Ich bitte euch, die Gläser zu erheben. Auf Paula und Samuel. Auf alle vier Räder. Zum Wohl!
Aus diesen Stichpunkten ist die Rede gebaut
- Erste Rede meines Lebens, Monika: „Nimm einen Zettel mit.“
- Paula mit zehn: Seifenkiste selbst berechnet, Vorletzte, aber alle vier Räder dran
- Samuel beim ersten Besuch in der Garage: „Wer hat die gerechnet?“
- Paula ist Bauingenieurin (Brücken), Samuel Lehrer für Physik und Sport
- Samuels Eltern Ama und Kwame aus Bremen, Jollof-Reis beim ersten Besuch
- Wunsch: weiter zusammen bauen
Warum sie funktioniert
- Einstieg
- Rainer gibt zu, dass er aufgeregt ist, und macht daraus einen Lacher (der Zettel, die Uhr). Das nimmt ihm den Druck und den Gästen auch.
- Eine Geschichte
- Die Seifenkiste zeigt, wer Paula schon mit zehn war, ohne dass ihr Vater ein einziges Adjektiv braucht. Der kurze Satz über die Besucher, die sie nicht bemerken, bereitet die Pointe vor.
- Die beiden zusammen
- Samuel kommt über dieselbe Seifenkiste in die Geschichte. So wird aus einer Kindheitsanekdote ein Bild für das Paar, und Rainer sagt, was er von Samuel hält, ohne es aussprechen zu müssen.
- Die Familien
- Brauteltern begrüßen oft die andere Familie. Hier geschieht das mit einer kleinen, echten Szene statt mit einem förmlichen „Willkommen in unserer Familie“.
- Trinkspruch
- „Auf alle vier Räder“ versteht nur, wer die Rede gehört hat. Genau deshalb bleibt der Satz hängen.
Das brauchst du für deine Version
Diese Fragen stellt dir RedeStudio zu einer Hochzeitsrede. Für diese Rolle zählen vor allem:
- Deine Verbindung zum PaarWoher kennst du die beiden, und welche gemeinsame Erinnerung fällt dir als Erstes ein?
- Die beiden einzelnWie würdest du jeden der beiden in zwei, drei Sätzen beschreiben? Worin unterscheiden sie sich?
- Erste EindrückeWas ist den beiden am anderen zuerst aufgefallen? Und wann war klar, dass es ernst wird?
- Familie und wichtige MenschenWer ist den beiden besonders wichtig? Soll an jemanden erinnert werden, der nicht mehr da ist?
- Werte und WünscheWas ist den beiden wichtig, und was wünschen sie sich für ihre gemeinsame Zukunft?
- Bitte vermeidenGibt es Themen, Namen oder Geschichten, die auf keinen Fall vorkommen sollen?
Als Vater oder Mutter hast du Geschichten aus dreißig Jahren. Nimm eine, die zum heutigen Paar führt, zum Beispiel über den Tag, an dem du die Partnerin oder den Partner zum ersten Mal getroffen hast.
Schreib deine eigene Version
RedeStudio stellt dir diese Fragen und macht aus deinen Antworten einen ersten Entwurf, den du Satz für Satz anpasst. Der Anlass Hochzeit ist schon ausgewählt, als Rolle wählst du danach „Mutter / Vater des Brautpaars“.
Rede der Brautmutter
Eine Rede der Brautmutter darf zärtlich sein, ohne feierlich zu werden. Birgit spricht über ihre Tochter Sophie, über Markus und über Ella und Finn, die Markus mit in die Familie bringt und die heute die Ringe getragen haben.
Beispiel – Namen und Geschichten sind erfunden
Birgit, Mutter der Braut, über Sophie und Markus
414 Wörter · etwa 3,5 Minuten
Liebe Sophie, lieber Markus, liebe Ella, lieber Finn, liebe Gäste,
ich bin Birgit, Sophies Mutter. Seit heute Mittag bin ich außerdem Schwiegermutter und, wie Finn mir vorhin im Auto erklärt hat, „jetzt richtig Oma, nicht mehr nur so halb“. Finn, das ist das schönste Kompliment, das ich dieses Jahr bekommen habe.
Sophie hat schon als Kind Listen geschrieben. Einkaufslisten, Geburtstagslisten, eine Liste mit den Namen aller Pferde auf dem Reiterhof, auf dem sie nie geritten ist. Als sie elf war, habe ich beim Aufräumen eine Liste mit der Überschrift „Dinge, die ich nie machen werde“ gefunden. Darauf stand: Rosenkohl essen. In Münster wohnen bleiben. Und: Zöpfe flechten, zu fummelig.
Rosenkohl isst sie bis heute nicht. Aus Münster ist sie nie weggezogen. Und die Zöpfe: Vor zwei Jahren saß ich an einem Samstagmorgen bei Sophie und Markus in der Küche. Ella saß auf einem Hocker vor Sophie, Sophie hatte ihr Handy an die Kaffeedose gelehnt und ein Video laufen, einen Fischgrätzopf in halber Geschwindigkeit. Sie hat viermal neu angefangen. Ella hat die ganze Zeit stillgehalten. Wer Ella kennt, weiß, was das heißt.
Inzwischen kann Sophie fünf verschiedene Zöpfe. Ich kann einen.
Markus, du bist mit zwei Kindern in Sophies Leben gekommen und mit einer Ruhe, die mir von Anfang an gefallen hat. Als Sophie mir zum ersten Mal von dir erzählt hat, hat sie nicht gesagt, wie du aussiehst oder was du arbeitest. Ihr erster Satz war: „Er hört zu, bis man fertig ist.“ Das ist bei uns in der Familie selten, wir fallen uns gern ins Wort. Das hast du inzwischen gemerkt.
Ella und Finn, ihr habt heute die Ringe getragen, und ihr habt das so ernst genommen, als wären es die Kronjuwelen. Ich möchte euch etwas sagen, und alle hier sollen es hören: Ihr gehört jetzt auch zu uns. Zu Opa Günter, der euch unbedingt Schach beibringen will, zu Tante Nele und zu mir. Bei uns gibt es immer Pfannkuchen, auch wenn Sophie und euer Papa das anders sehen.
Ihr vier, ich wünsche euch noch viele solcher Samstagmorgen in eurer Küche. Ich wünsche euch Geduld für die Morgen, an denen der Zopf nicht hält und keiner seine Schuhe findet. Und Sophie, ich wünsche dir, dass du irgendwann eine neue Liste anfängst, mit Dingen, die du noch machen willst. Ich glaube, sie wird lang.
Bitte erhebt eure Gläser, die Kinder bitte die mit dem Apfelsaft. Auf Sophie und Markus, auf Ella und Finn und auf unsere Familie, die heute größer geworden ist. Zum Wohl!
Aus diesen Stichpunkten ist die Rede gebaut
- Finn im Auto: „Jetzt bist du richtig Oma, nicht mehr nur so halb.“
- Sophie als Kind: Listen für alles. Mit elf: „Dinge, die ich nie machen werde“ (Rosenkohl, in Münster bleiben, Zöpfe flechten)
- Samstagmorgen bei den beiden: Sophie lernt per Video einen Fischgrätzopf für Ella
- Markus: ruhig, „hört zu, bis man fertig ist“
- Ella (9) und Finn (6) tragen die Ringe
- Opa Günter will den Kindern Schach beibringen, Tante Nele
Warum sie funktioniert
- Einstieg
- Birgit stellt sich vor und gibt Finn gleich im zweiten Satz einen Platz in der Rede. Die Kinder gehören von Anfang an dazu, ohne dass jemand erklären muss, wie diese Familie entstanden ist.
- Eine Geschichte
- Die Liste von damals und der Zopf von heute bilden einen Bogen über zwanzig Jahre. Die Pointe („Ich kann einen“) geht auf Kosten der Rednerin, nicht der Braut.
- Die beiden zusammen
- Markus wird mit einem Satz beschrieben, den Sophie über ihn gesagt hat. Das ist persönlicher als jedes Lob der Schwiegermutter und zeigt, warum die beiden zusammenpassen.
- Wünsche
- Die Wünsche gelten allen vieren, und sie sind alltäglich statt feierlich: Samstagmorgen, verlorene Schuhe. So sieht ein Familienleben mit Kindern eben aus.
- Trinkspruch
- Der Apfelsaft bezieht die Kinder ein und sorgt für ein Lächeln, bevor alle anstoßen.
Das brauchst du für deine Version
Diese Fragen stellt dir RedeStudio zu einer Hochzeitsrede. Für diese Rolle zählen vor allem:
- Deine Verbindung zum PaarWoher kennst du die beiden, und welche gemeinsame Erinnerung fällt dir als Erstes ein?
- Die beiden einzelnWie würdest du jeden der beiden in zwei, drei Sätzen beschreiben? Worin unterscheiden sie sich?
- Was sie als Paar ausmachtWas macht die beiden als Paar aus? Welche Rituale, Macken oder Leidenschaften teilen sie?
- Familie und wichtige MenschenWer ist den beiden besonders wichtig? Soll an jemanden erinnert werden, der nicht mehr da ist?
- Werte und WünscheWas ist den beiden wichtig, und was wünschen sie sich für ihre gemeinsame Zukunft?
- Bitte vermeidenGibt es Themen, Namen oder Geschichten, die auf keinen Fall vorkommen sollen?
Bringt jemand Kinder mit in die Ehe, gehören sie mit Namen in die Rede. Die Frage nach wichtigen Menschen ist der Ort dafür. Was nicht zur Sprache kommen soll, trägst du bei „Bitte vermeiden“ ein.
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RedeStudio stellt dir diese Fragen und macht aus deinen Antworten einen ersten Entwurf, den du Satz für Satz anpasst. Der Anlass Hochzeit ist schon ausgewählt, als Rolle wählst du danach „Mutter / Vater des Brautpaars“.
Rede als Freund oder Freundin
Freunde haben einen Vorteil gegenüber der Familie: Sie waren oft dabei, als die beiden sich kennengelernt haben. Ole war dabei, als Karim zum ersten Mal zur Übung der Freiwilligen Feuerwehr kam, in der Svenja seine Gruppenführerin war.
Beispiel – Namen und Geschichten sind erfunden
Ole, Freund der Braut, über Svenja und Karim
378 Wörter · etwa 3,5 Minuten
Liebe Svenja, lieber Karim, liebe Kameradinnen und Kameraden, liebe Familien und Gäste,
ich bin Ole. Svenja und ich sind zusammen in diesem Dorf groß geworden, zusammen in die Jugendfeuerwehr eingetreten und haben zusammen den Grundlehrgang gemacht. Svenja mit Bestnote, ich mit Ach und Krach. Seitdem ist sie meine Gruppenführerin, und ich mache, was sie sagt. Karim, nur damit du Bescheid weißt: So läuft das hier.
Karim ist vor fünf Jahren aus Hannover zu uns gezogen, wegen der Stelle in der Zuckerfabrik. Nach zwei Wochen stand er im Gerätehaus und hat gefragt, ob er mitmachen darf. Wir haben uns gefreut, wir suchen ja immer Leute. Und dann kam seine erste Übung.
Wer schon mal bei der Feuerwehr war, weiß: Als Erstes lernt man, einen Schlauch richtig aufzurollen. Doppelt gerollt, die Kupplungen außen, schön fest. Karims Schlauch sah danach aus wie eine Zimtschnecke nach einem Auffahrunfall. Svenja hat ihn sich angeschaut, wieder ausgerollt und gesagt: „Noch mal. Ich zeig's dir.“ Und dann noch mal. Und noch mal.
Was Svenja nicht wusste: Karim hat sich an dem Abend einen alten Schlauch ausgeliehen und die ganze nächste Woche jeden Abend in seinem Hof geübt. Sieben Abende hintereinander. Frau Brandes von gegenüber hat mich beim Bäcker gefragt, ob mit dem Neuen alles in Ordnung ist. Bei der nächsten Übung war Karim als Erster fertig. Svenja hat seinen Schlauch angesehen und gesagt: „Na also.“ Das ist bei ihr ungefähr so viel wie bei anderen eine Umarmung.
Drei Monate später, auf dem Feuerwehrfest, hat Karim sie zum Tanzen aufgefordert. Ich stand daneben. Svenja hat gesagt: „Ich tanze nicht.“ Und Karim hat gesagt: „Noch mal. Ich zeig's dir.“ Die beiden haben getanzt, bis die Kapelle eingepackt hat.
Seitdem sind sie das Team, das man sich bei jedem Einsatz wünscht. Svenja behält den Überblick, und Karim bleibt freundlich, auch wenn es nachts um drei um eine Ölspur geht. Sie sagt, was zu tun ist. Er macht es und fragt hinterher, ob sie schon was gegessen hat. Meistens hat sie nicht.
Ihr beiden, ich wünsche euch, dass ihr euch weiter Dinge zeigt, die der andere noch nicht kann. Dass euer Melder nachts möglichst selten geht. Und dass ihr, wenn es mal hakt, beide sagt: Noch mal.
Und jetzt steht bitte alle auf. Gläser hoch: Auf Svenja und Karim!
Aus diesen Stichpunkten ist die Rede gebaut
- Svenja und ich: zusammen aufgewachsen, Jugendfeuerwehr, sie ist meine Gruppenführerin
- Karim vor fünf Jahren aus Hannover gekommen (Zuckerfabrik), nach zwei Wochen im Gerätehaus
- Erste Übung: Schlauch völlig verknotet. Svenja: „Noch mal. Ich zeig's dir.“
- Karim übt eine Woche lang abends im Hof, die Nachbarin fragt beim Bäcker nach
- Feuerwehrfest: Svenja „tanzt nicht“, Karim: „Noch mal. Ich zeig's dir.“
- Im Einsatz: Sie hat den Überblick, er fragt, ob sie schon gegessen hat
Warum sie funktioniert
- Einstieg
- Ole erklärt seine Verbindung zu Svenja und legt nebenbei die Rollen fest: Sie führt, er folgt. Der Satz an Karim ist ein Lacher, der niemanden bloßstellt.
- Eine Geschichte
- Der verknotete Schlauch handelt von einem Anfängerfehler, aber die Geschichte endet mit Karims Ehrgeiz. Wer von einem Missgeschick erzählt, sollte es so auflösen, dass der andere am Ende gut dasteht.
- Die beiden zusammen
- „Noch mal. Ich zeig's dir“ kommt zweimal vor, einmal von ihr, einmal von ihm. Diese Wiederholung erzählt die Liebesgeschichte, ohne dass das Wort Liebe fällt.
- Wünsche und Trinkspruch
- In den Wünschen kommt der Satz ein drittes Mal und schließt den Bogen. Danach folgt nur noch ein kurzer Trinkspruch mit beiden Namen.
Das brauchst du für deine Version
Diese Fragen stellt dir RedeStudio zu einer Hochzeitsrede. Für diese Rolle zählen vor allem:
- Deine Verbindung zum PaarWoher kennst du die beiden, und welche gemeinsame Erinnerung fällt dir als Erstes ein?
- Wie sie sich kennengelernt habenWie haben sich die beiden kennengelernt? Wer hat den ersten Schritt gemacht?
- Die beiden einzelnWie würdest du jeden der beiden in zwei, drei Sätzen beschreiben? Worin unterscheiden sie sich?
- Was sie als Paar ausmachtWas macht die beiden als Paar aus? Welche Rituale, Macken oder Leidenschaften teilen sie?
- Werte und WünscheWas ist den beiden wichtig, und was wünschen sie sich für ihre gemeinsame Zukunft?
- Bitte vermeidenGibt es Themen, Namen oder Geschichten, die auf keinen Fall vorkommen sollen?
Warst du dabei, als die beiden sich kennengelernt haben, beginn mit dieser Frage. Du kannst Szenen erzählen, die sonst niemand im Raum gesehen hat.
Schreib deine eigene Version
RedeStudio stellt dir diese Fragen und macht aus deinen Antworten einen ersten Entwurf, den du Satz für Satz anpasst. Der Anlass Hochzeit ist schon ausgewählt, als Rolle wählst du danach „Freundin / Freund“.
Dankesrede des Brautpaars
Wenn das Brautpaar selbst spricht, geht es weniger um die eigene Geschichte als um die Menschen im Raum. Eine Dankesrede wird gut, wenn jedes Danke an einer Tat hängt. Leonie und Tarek sprechen abwechselnd, das nimmt beiden die Aufregung und klingt wie ein Gespräch.
Beispiel – Namen und Geschichten sind erfunden
Leonie und Tarek, das Brautpaar, an ihre Gäste
378 Wörter · etwa 3,5 Minuten
LeonieLiebe Familie, liebe Freundinnen und Freunde, schön, dass ihr alle da seid. Wir halten diese Rede zu zweit, weil wir uns nicht einigen konnten, wer anfängt. Ich habe gewonnen.
TarekSie hat nicht gewonnen. Ich habe nachgegeben. Das üben wir gerade.
LeonieAls wir vor einem Jahr beschlossen haben, hier im Garten von Tareks Eltern zu feiern, hatten wir eine Wiese, zwei Apfelbäume und keinen Plan. Heute sitzen hier hundertzwölf Menschen an Tischen, die es am Mittwoch noch nicht gab. Das liegt nicht an uns. Das liegt an euch.
TarekMama, Papa, ihr habt uns euren Garten gegeben, euren Rasen, euren Keller und seit Mittwoch auch euren Schlaf. Papa hat jeden Meter Kabel selbst verlegt und jedem erklärt, wo die Sicherung ist. Mama hat für hundertzwölf Leute gekocht und dabei behauptet, das sei nicht der Rede wert. Mama, jetzt ist es der Rede wert. Danke.
LeonieOpa Heinz ist dreimal mit dem Traktor ins Nachbardorf gefahren und hat die Bänke geholt, auf denen ihr gerade sitzt. Mit dreiundachtzig. Er hat gesagt, er wollte sowieso mal wieder raus.
TarekDie Lichterketten über euren Köpfen haben Jannis, Merve und Paul aufgehängt, am Donnerstag, im Regen, auf einer Leiter, die ich hier nicht näher beschreiben möchte. Die Torte haben Tante Hülya und Leonies Mama zusammen gebacken. Die beiden kannten sich vorher kaum. Jetzt telefonieren sie jeden Sonntag.
LeonieUnd danke an die Band vom Musikverein, die vorhin unser Lied gespielt hat, obwohl es dafür keine Noten gab. Ich habe es ihnen per Sprachnachricht vorgesungen, und zwar schief. Sie haben es trotzdem hinbekommen.
TarekEiner fehlt heute. Mein Opa Yusuf hätte diesen Garten geliebt, vor allem den Teil mit dem Essen. Ich trage heute seine Uhr. Sie geht vier Minuten nach, wie früher. Ich lasse das so.
LeonieWir haben in diesem Jahr einiges über uns gelernt. Dass Tarek Listen hasst, aber jede Liste abarbeitet, die ich an den Kühlschrank hänge. Dass ich bei Tischordnungen zu Hochform auflaufe und bei Tortenproben weine. Und vor allem, dass wir uns helfen lassen können. Das war für uns beide nicht selbstverständlich.
TarekDeshalb wünschen wir euch für heute Abend nur eins: Habt so viel Spaß, wie ihr Arbeit hattet. Esst, bis Mama zufrieden ist. Das dauert.
LeonieUnd tanzt, bis Opa Heinz die Bänke wieder abholen will.
BeideAuf euch und auf diesen Garten. Zum Wohl!
Aus diesen Stichpunkten ist die Rede gebaut
- Rede zu zweit, abwechselnd
- Feier im Garten von Tareks Eltern, 112 Gäste, die Tische stehen erst seit Mittwoch
- Danke an: Tareks Eltern (Strom, Essen), Opa Heinz (Bänke mit dem Traktor), Jannis, Merve und Paul (Lichterketten), Tante Hülya und Leonies Mama (Torte), Musikverein (unser Lied)
- Tareks Opa Yusuf ist letztes Jahr gestorben, Tarek trägt seine Uhr
- Was wir gelernt haben: uns helfen lassen
Warum sie funktioniert
- Einstieg
- Das kleine Wortgefecht zeigt in zwei Sätzen, wie die beiden miteinander umgehen. Beim Brautpaar ersetzt das die Vorstellung: Alle kennen euch, aber so hat euch noch niemand reden hören.
- Eine Geschichte
- Beim Brautpaar ist die Geschichte die des Festes: wie aus einer Wiese diese Feier wurde. Jedes Danke hängt an einer Tat und einem Namen, deshalb klingt keines nach Pflichtprogramm.
- Erinnerung
- Der verstorbene Großvater bekommt vier kurze Sätze und ein Detail, die Uhr. Das reicht, damit die Familie sich gesehen fühlt, und die Rede kippt nicht in Trauer.
- Die beiden zusammen
- Was das Paar in diesem Jahr über sich gelernt hat, ersetzt die Anekdote, die Gäste sonst über das Paar erzählen. Es ist ehrlich und ein bisschen selbstironisch.
- Wünsche und Trinkspruch
- Die Wünsche gehen an die Gäste, der Trinkspruch auch. Zum Schluss sprechen beide gemeinsam, ein klares Signal: Jetzt wird angestoßen.
Das brauchst du für deine Version
Diese Fragen stellt dir RedeStudio zu einer Hochzeitsrede. Für diese Rolle zählen vor allem:
- Familie und wichtige MenschenWer ist den beiden besonders wichtig? Soll an jemanden erinnert werden, der nicht mehr da ist?
- Ort und DatumWarum feiern die beiden genau hier und an diesem Tag? Hat der Ort oder das Datum eine Geschichte?
- Was sie als Paar ausmachtWas macht die beiden als Paar aus? Welche Rituale, Macken oder Leidenschaften teilen sie?
- Werte und WünscheWas ist den beiden wichtig, und was wünschen sie sich für ihre gemeinsame Zukunft?
- Bitte vermeidenGibt es Themen, Namen oder Geschichten, die auf keinen Fall vorkommen sollen?
Für eure eigene Rede sind das die wichtigsten Fragen: wem ihr danken wollt, an wen ihr erinnern möchtet und warum ihr genau hier feiert. Schreibt zu jedem Danke dazu, was die Person getan hat.
Schreib deine eigene Version
RedeStudio stellt dir diese Fragen und macht aus deinen Antworten einen ersten Entwurf, den du Satz für Satz anpasst. Der Anlass Hochzeit ist schon ausgewählt, als Rolle wählst du danach „Das Brautpaar selbst“.
Freie Trauung: Auszug aus einer Traurede
Eine Traurede bei einer freien Trauung dauert oft zwanzig Minuten und trägt die ganze Zeremonie. Dieser Auszug zeigt den Teil vom Willkommen bis zur Überleitung ins Eheversprechen. Die Traurednerin Andrea hat ihn um ein Wort gebaut, das Jana und Malte selbst gewählt haben. Wenn du als Rednerin oder Redner viele Trauungen im Jahr schreibst, lies auch, was RedeStudio für Rednerinnen und Redner bietet.
Beispiel – Namen und Geschichten sind erfunden
Andrea, Traurednerin, für Jana und Malte
636 Wörter · etwa 5,5 Minuten · Auszug aus einer Traurede von etwa 20 Minuten
Liebe Jana, lieber Malte, liebe Frieda, liebe Familien, liebe Freundinnen und Freunde,
herzlich willkommen hier am Ufer der Regnitz. Schön, dass ihr alle da seid: manche nach einer langen Anreise, manche einmal quer durch die Stadt und einer, wie ich gehört habe, auf einer sehr alten Vespa, die heute Morgen beim ersten Versuch angesprungen ist. Malte, das nehmen wir als gutes Zeichen.
Mein Name ist Andrea, und ich darf die beiden heute durch ihre Trauung begleiten. Als ich Jana und Malte zum ersten Mal getroffen habe, habe ich sie gefragt, welches Wort am besten zu ihnen passt. Jana hat nicht lange überlegt: „Anschieben.“ Malte hat gelacht und genickt. Ich habe eine Weile gebraucht, um zu verstehen, warum. Heute möchte ich es euch erzählen.
Es ist ein Montagmorgen im April, vor neun Jahren. Jana schließt gerade ihr Café in der Sandstraße auf, als sie draußen einen Motor hört, der hustet, stottert und aufgibt. Vor ihrem Fenster steht ein junger Mann neben einer hellblauen Vespa, Baujahr 1974, und tritt auf den Kickstarter. Einmal, zweimal, zehnmal. Jana schaut eine Weile zu. Dann geht sie raus und sagt: „Die musst du anschieben. Da runter. Ich helf dir.“
Zu zweit schieben sie die Vespa die Straße hinunter. Malte springt auf, der Motor springt an, und Malte fährt davon. Ohne sich umzudrehen und ohne nach ihrem Namen zu fragen.
Am nächsten Morgen steht er wieder vor dem Café, diesmal ohne Panne. Er bestellt einen Cappuccino und sagt: „Ich wollte mich bedanken. Und ich wollte fragen, wie du heißt.“ Jana hat mir erzählt, dass sie an diesem Morgen schon beschlossen hatte, ihm einen Kaffee auszugeben, falls er wiederkommt. Er kam wieder, drei Wochen lang, jeden Morgen. Bis Jana ihn gefragt hat, ob er eigentlich auch mal irgendwo anders Kaffee trinkt. Er hat gesagt: „Nur, wenn du mitkommst.“
Wer die beiden kennt, weiß, wie verschieden sie sind. Jana steht um fünf auf, backt, rechnet, plant. Malte ist Restaurator und kann drei Stunden vor einem Fensterrahmen aus dem achtzehnten Jahrhundert sitzen, ohne ein einziges Mal auf die Uhr zu schauen. Jana sagt über ihn: „Malte bremst mich, wenn ich zu schnell werde.“ Malte sagt über sie: „Jana schiebt mich an, wenn ich stehen bleibe.“ Und Frieda, die fünf ist, hat mir auf die Frage, was ihre Eltern ausmacht, geantwortet: „Die lachen über Sachen, die gar nicht lustig sind.“ Frieda, ich habe schon viele Beschreibungen einer Ehe gehört. Deine gehört zu den besten.
Nicht immer ging es so leicht wie an diesem Morgen. Vor vier Jahren wurde die Sandstraße aufgerissen. Vierzehn Monate Baustelle direkt vor dem Café, die Laufkundschaft blieb weg, und Jana hat mehr als einmal ans Aufhören gedacht. In dieser Zeit hat Malte aus altem Fensterholz ein Schild gebaut. Darauf stand: „Trotzdem offen.“ Er hat es jeden Morgen an den Bauzaun gehängt und jeden Abend wieder abgenommen. Vierzehn Monate lang. Heute hängt das Schild über der Theke. Es ist das Einzige im Café, das nicht zu kaufen ist.
Anschieben heißt eben nicht, dass einer den anderen zieht. Es heißt, dass einer merkt, wenn der andere gerade nicht anspringt, und dann nicht lange fragt, sondern mit anpackt. Jana hat Malte angeschoben, als er sich getraut hat, seine eigene Werkstatt aufzumachen. Malte hat Jana angeschoben, als vor lauter Bauzaun niemand mehr ihr Café gesehen hat. Und beide haben gelernt, sich anschieben zu lassen. Das ist, glaube ich, der schwerere Teil.
Jana, Malte, ihr habt euch für heute eigene Worte überlegt. Ich weiß nicht, was ihr einander sagen werdet, und das ist gut so. Gleich bringt Frieda euch die Ringe. Sie hat mir vorhin versichert, dass nichts passieren kann: Die Ringe sind in ihrer Jackentasche mit Reißverschluss, und den hat sie seit heute Morgen elfmal kontrolliert.
Liebe Gäste, bevor die beiden sprechen, bitte ich euch um einen Moment Ruhe. Handys weg, Blick nach vorn. Hört einfach zu.
Aus diesen Stichpunkten ist die Rede gebaut
- Wort der beiden: „Anschieben“
- Kennengelernt vor neun Jahren: Maltes Vespa (hellblau, Baujahr 1974) springt vor Janas Café in der Sandstraße nicht an, sie hilft schieben
- Am nächsten Morgen: „Ich wollte fragen, wie du heißt.“ Danach drei Wochen jeden Morgen Cappuccino
- Jana: Café, steht um fünf auf. Malte: Restaurator, vergisst die Zeit, hat mit Janas Zuspruch seine eigene Werkstatt aufgemacht
- Frieda (5): „Die lachen über Sachen, die gar nicht lustig sind.“
- Schwere Zeit: 14 Monate Baustelle, Malte baut das Schild „Trotzdem offen“
- Ablauf: eigene Eheversprechen, dann bringt Frieda die Ringe
Warum sie funktioniert
- Willkommen
- Die Begrüßung nennt Ort und Gäste und eine kleine Beobachtung vom Morgen. So kommen alle an, und das Leitmotiv klingt schon an, bevor es ausgesprochen wird.
- Leitmotiv
- Das Leitmotiv stammt vom Paar, nicht von der Rednerin. „Anschieben“ ist konkret, ein bisschen ungewöhnlich und trägt durch die ganze Rede.
- Ihre Geschichte
- Die Kennenlernszene ist im Präsens erzählt und wie ein kurzer Film gebaut. Die Gäste sehen die Straße, das Café und die Vespa vor sich.
- Stärke und Herausforderungen
- Die schwere Zeit bekommt einen Absatz und ein Bild, das Schild. Sie wird angedeutet, nicht ausgebreitet, und das Leitmotiv gibt ihr eine Bedeutung.
- Überleitung zum Eheversprechen
- Die Rednerin nimmt das Versprechen nicht vorweg. Sie leitet über, gibt Frieda ihren Auftritt und bittet die Gäste um Ruhe.
Das brauchst du für deine Version
Diese Fragen stellt dir RedeStudio zu einer Hochzeitsrede. Für diese Rolle zählen vor allem:
- Wie sie sich kennengelernt habenWie haben sich die beiden kennengelernt? Wer hat den ersten Schritt gemacht?
- Erste EindrückeWas ist den beiden am anderen zuerst aufgefallen? Und wann war klar, dass es ernst wird?
- Der AntragWie lief der Heiratsantrag ab? Gab es eine Überraschung, eine Panne, Tränen?
- Die beiden einzelnWie würdest du jeden der beiden in zwei, drei Sätzen beschreiben? Worin unterscheiden sie sich?
- Was sie als Paar ausmachtWas macht die beiden als Paar aus? Welche Rituale, Macken oder Leidenschaften teilen sie?
- Was sie gemeinsam gemeistert habenGab es schwere Zeiten, die die beiden zusammen durchgestanden haben?
- Familie und wichtige MenschenWer ist den beiden besonders wichtig? Soll an jemanden erinnert werden, der nicht mehr da ist?
- Ort und DatumWarum feiern die beiden genau hier und an diesem Tag? Hat der Ort oder das Datum eine Geschichte?
- Ritual und AblaufIst ein Ritual geplant, etwa Ringtausch, ein eigenes Eheversprechen oder eine Sandzeremonie? Was passiert direkt vor und nach der Rede?
- Werte und WünscheWas ist den beiden wichtig, und was wünschen sie sich für ihre gemeinsame Zukunft?
- Bitte vermeidenGibt es Themen, Namen oder Geschichten, die auf keinen Fall vorkommen sollen?
Als Rednerin oder Redner brauchst du fast alles, was RedeStudio zu einer Hochzeit fragt. Nur die Frage nach deiner eigenen Verbindung zum Paar kannst du überspringen. Deine Gesprächsnotizen kannst du auch einfach einfügen, so ungeordnet sie sind.
Schreib deine eigene Version
RedeStudio stellt dir diese Fragen und macht aus deinen Antworten einen ersten Entwurf, den du Satz für Satz anpasst. Der Anlass Hochzeit ist schon ausgewählt, als Rolle wählst du danach „Freie Traurednerin / freier Trauredner“.
Kurze Hochzeitsrede in anderthalb Minuten
Nicht jede Rede muss vier Minuten lang sein. Wenn schon mehrere Menschen sprechen oder du als Patin, Onkel oder Kollege nur ein paar Worte sagen willst, reichen anderthalb Minuten. Auch die kurze Rede braucht eine Geschichte. Sie darf nur kleiner sein.
Beispiel – Namen und Geschichten sind erfunden
Ulrike, Patentante der Braut, über Lea und Nikolai
154 Wörter · etwa 1,5 Minuten
Liebe Lea, lieber Nikolai, liebe Gäste,
ich bin Ulrike, Leas Patentante, und ich mache es kurz. Lea hat mir vorhin gesagt, dass um halb acht das Essen kommt.
Als Lea sechs war, hat sie mir eine Postkarte aus dem Urlaub geschrieben. Darauf stand: „Liebe Ulrike, hier ist es schön. Das Meer ist nass. Deine Lea.“ Diese Karte hängt seit sechsundzwanzig Jahren an meinem Kühlschrank.
Nikolai, du hast mir letztes Jahr erzählt, dass Lea dir am Anfang auch Postkarten geschrieben hat, obwohl ihr in derselben Stadt wohnt. Genauso knapp. Und du hast jede einzelne beantwortet, mit zwei Seiten. Da haben sich zwei gefunden: eine, die in drei Sätzen alles sagt, und einer, der gern ausführlich zurückschreibt.
Ich wünsche euch, dass ihr euch weiter schreibt, auch unter einem Dach. Kurze Karten, lange Briefe, viel zu lange Sprachnachrichten.
Bitte hebt eure Gläser. Auf Lea und Nikolai: Hier ist es schön, und das Meer ist nass. Zum Wohl!
Warum sie funktioniert
- Aufbau
- Ein Satz Einstieg, eine Geschichte, eine Brücke zum Paar, ein Wunsch, ein Trinkspruch. Mehr braucht eine kurze Rede nicht.
- Weglassen
- Kein Lebenslauf, keine Aufzählung von Eigenschaften, nur die eine Karte. Wer kurz spricht, muss sich für eine Erinnerung entscheiden.
- Trinkspruch
- Das Zitat vom Anfang kommt im Trinkspruch zurück. Das wirkt rund, ohne dass du einen einzigen Satz mehr brauchst.
Lustige Hochzeitsrede: Humor ohne Opfer
Humor funktioniert auf einer Hochzeit dann, wenn am Ende alle mitlachen, auch das Paar und die Großeltern. Unsere Faustregel dafür heißt Humor ohne Opfer: keine Ex-Partner, keine Trinkgeschichten, nichts, was jemanden bloßstellt (mehr dazu in den Tipps zur Hochzeitsrede). Wie viel Witz trotzdem geht, zeigt Merle in ihrer Rede auf ihren Bruder.
Beispiel – Namen und Geschichten sind erfunden
Merle, Schwester des Bräutigams, über Aylin und Jakob
440 Wörter · etwa 4 Minuten
Liebe Aylin, lieber Jakob, liebe Gäste,
ich bin Merle, Jakobs kleine Schwester. Ich wurde gebeten, etwas Lustiges zu sagen. Jakob wollte die Rede vorher lesen, ich habe abgelehnt. Daraufhin hat er mir eine Tabelle geschickt, mit Themen, die „erlaubt“, „grenzwertig“ oder „bitte nicht“ sind. Die Tabelle hatte eine Farblegende.
Das ist, für alle, die ihn noch nicht so gut kennen, mein Bruder. Jakob macht Tabellen. Für den Urlaub, für die Steuer, für die Frage, welcher Staubsauger. Mit zwölf hat er eine Tabelle angelegt, in der er seine Weihnachtsgeschenke nach Nützlichkeit bewertet hat. Ich hatte ihm Socken geschenkt. Sie bekamen eine Neun von zehn. Ich war sehr stolz.
Dann kam Aylin. Aylin ist Grundschullehrerin. Sie kann zweiundzwanzig Achtjährige gleichzeitig beruhigen, da ist ein Jakob mit Tabelle eine Kleinigkeit.
Die beiden haben sich bei einem Spieleabend kennengelernt. Aylin hat Jakob in der ersten Runde Catan so gründlich geschlagen, dass er danach eine Analyse gemacht hat. Eine Tabelle, natürlich, mit allen Zügen, die er hätte anders machen sollen. Aylin hat sie sich angesehen, einen Fehler in seiner Formel gefunden und ist nach Hause gegangen. Jakob sagt, in diesem Moment wusste er, dass er sie heiraten will. Aylin sagt, sie wollte einfach nur recht haben.
Seitdem spielen sie zusammen, und das ist ein Problem. Als Team sind die beiden nicht zu schlagen. Bei uns in der Familie dürfen sie seit Weihnachten 2022 nicht mehr in derselben Mannschaft spielen. Mama hat es beschlossen, Papa hat es unterschrieben. Es gibt dazu, selbstverständlich, eine Tabelle.
Als es um das Datum für heute ging, hat Jakob, ihr ahnt es, eine Tabelle gebaut. Wetter, Ferien, Feiertage, Geburtstage, Fußball, freie Termine der Location. Jede Spalte gewichtet. Drei Abende hat er daran gesessen und Aylin dann stolz das Ergebnis gezeigt. Aylin hat eine neue Spalte eingefügt, sie „Bauchgefühl“ genannt, mit hundert Prozent gewichtet und den heutigen Tag eingetragen.
Jakob hat mir das selbst erzählt, und er hat dabei gestrahlt. Das ist, glaube ich, das Beste an euch. Jakob, du rechnest alles durch, und du freust dich trotzdem, wenn Aylin die Rechnung umwirft. Aylin, du hörst dir jede Tabelle an und lässt ihm seine Freude an den Zahlen, auch wenn du längst weißt, was du willst.
Ich wünsche euch viele Abende, an denen ihr zusammen gewinnt, und ein paar, an denen ihr gegeneinander verliert. Ich wünsche euch, dass in eurem Leben immer die Spalte mit dem Bauchgefühl gewinnt. Und Jakob: Ich habe mich an deine Tabelle gehalten. Aus der Spalte „bitte nicht“ ist heute nichts vorgekommen. Nur die Farblegende war zu schön, um sie wegzulassen.
Liebe Gäste, bitte hebt eure Gläser. Auf Aylin und Jakob und auf hundert Prozent Bauchgefühl. Zum Wohl!
Warum sie funktioniert
- Harmlose Eigenheit
- Die Witze gehen auf die Tabellen, eine Eigenheit, über die Jakob selbst lacht und die er selbst erzählt. Niemand im Raum erfährt etwas, das ihm peinlich sein müsste.
- Selbstironie
- Merle macht sich auch selbst zur Pointe (die Socken mit der Neun). Wer über sich lacht, darf auch über andere lachen.
- Die beste Pointe ist liebevoll
- Die lustigste Stelle, die Spalte „Bauchgefühl“, ist gleichzeitig die zärtlichste. Sie zeigt, wie Aylin mit Jakob umgeht, und Jakob steht dabei nicht dumm da.
- Ein ernster Absatz
- Nach den Pointen kommt ein Absatz ohne Witz. Das macht beides stärker: Die Gäste lachen und merken dann, dass die Rede etwas über die beiden zu sagen hat.
Trinksprüche zur Hochzeit
Ein Trinkspruch ist der letzte Satz deiner Rede oder, wenn du keine Rede halten möchtest, deine ganze Rede. Diese zehn sind kurz genug, um sie auswendig zu sagen. Am besten klingen sie, wenn du ein Wort aus deiner eigenen Geschichte einbaust, so wie „Auf alle vier Räder“ beim Brautvater.
- Auf das Brautpaar: Mögen eure Streits kurz sein und eure Frühstücke lang.
- Auf zwei, die heute Ja gesagt haben, und auf all die gewöhnlichen Dienstage, an denen sie es wieder sagen.
- Auf euch beide: dass ihr euch in dreißig Jahren noch etwas zu erzählen habt und einer von euch dann noch zuhört.
- Auf eine Liebe, die auch den Abwasch übersteht. Zum Wohl!
- Möge euer Kühlschrank voll sein, euer Kalender nicht zu voll und eure Tür immer offen. Auf das Brautpaar!
- Ihr müsst nicht immer einer Meinung sein. Hauptsache, ihr steht auf derselben Seite. Auf euch!
- Auf alle Umwege, die euch hierher geführt haben. Ohne sie säßen wir heute nicht an diesem Tisch.
- Auf zwei, die schon einen Umzug zusammen überstanden haben. Der Rest ist ein Kinderspiel.
- Von den Eltern: Früher haben wir dir die Schuhe gebunden. Ab heute sagt dir jemand anders, dass dein Schnürsenkel offen ist. Auf euch beide!
- Vom Brautpaar an die Gäste: Ohne euch wäre heute nur eine Trauung. Mit euch ist es ein Fest. Auf euch alle!
So machst du ein Beispiel zu deiner Rede
Tausch die Geschichte, nicht nur die Namen
Wenn du in der Rede über Clara und Deniz nur die Namen änderst, erzählst du von einem Tisch, den es in eurem Leben nicht gibt, und die Gäste merken das. Nimm stattdessen den Bauplan: Wo fängt die Rede an, wo sitzt die Geschichte, wie kommt sie von einer Person zum Paar? Dann such die Szene aus eurem Leben, die an diese Stelle passt.
Eine Erinnerung schlägt fünf Adjektive
„Hilfsbereit, lustig, zuverlässig, herzlich, mutig“ könnte man über fast jeden im Raum sagen. „Er hat sieben Abende lang im Hof einen Schlauch gerollt“ nur über einen. Wenn dir nur Eigenschaften einfallen, frag dich bei jeder: Wann habe ich das zuletzt erlebt? Die Antwort ist deine Geschichte.
Lies sie laut, mit Uhr
Eine Rede wird gehört, nicht gelesen. Lies deine Fassung zwei-, dreimal laut und stopp die Zeit. Bei ruhigem Tempo sprichst du etwa 115 Wörter pro Minute, vier Minuten sind also rund 460 Wörter. Wo du stolperst, ist der Satz zu lang. Wo du dich beim Lesen selbst langweilst, fehlt ein Beispiel.
Wie eine Hochzeitsrede grundsätzlich aufgebaut ist und welche Tipps sonst helfen, steht auf der Seite Hochzeitsrede schreiben.
Häufige Fragen zu den Reden am Hochzeitstag
In welcher Reihenfolge werden die Reden auf einer Hochzeit gehalten?
Eine feste Regel gibt es nicht. Oft beginnt, wer einlädt, traditionell der Brautvater oder beide Elternpaare. Dann folgen Trauzeugin und Trauzeuge, danach Freunde und Geschwister. Das Brautpaar spricht entweder ganz am Anfang, um alle zu begrüßen, oder zum Schluss, um sich zu bedanken. Wichtiger als die Reihenfolge ist, dass eine Person den Überblick hat, meist die Trauzeugen oder die Hochzeitsplanerin, und dass alle, die reden, vorher wissen, wann sie dran sind.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Reden?
Bewährt hat sich die Zeit kurz nach dem Einzug in den Saal, bevor das Essen kommt, oder zwischen den Gängen. Dann sind alle da und hören noch zu. Nach dem Eröffnungstanz ist die Aufmerksamkeit meist weg. Bei mehreren Reden lohnt es sich, sie auf zwei Blöcke zu verteilen, etwa zwei vor der Vorspeise und zwei vor dem Dessert. Sprich den Zeitplan mit der Küche ab, damit niemandem das Essen kalt wird.
Soll ich vom Blatt, von Karteikarten oder vom Handy ablesen?
Ablesen ist völlig in Ordnung, niemand erwartet eine auswendig gelernte Rede. Am sichersten ist ein ausgedrucktes Blatt in großer Schrift (mindestens 14 Punkt, anderthalbzeilig) mit einem Absatz überall dort, wo du Luft holst. Karteikarten passen, wenn du frei sprichst und nur Stichworte brauchst. Nummerier sie. Das Handy geht zur Not, aber stell es vorher auf Flugmodus, schalte die automatische Bildschirmsperre aus und dreh die Helligkeit hoch.
Was tun, wenn zwei Leute dieselbe Geschichte erzählen wollen?
Das passiert öfter, als man denkt, zum Beispiel wenn Trauzeuge und Bruder beide beim Kennenlernen dabei waren. Redet vorher miteinander und klärt, wer die Geschichte näher erlebt hat. Die andere Person kann sie trotzdem aufgreifen, mit einem Satz wie „Wie Jonas vorhin erzählt hat …“ und einem neuen Detail. Gäste mögen solche Verbindungen zwischen den Reden. Nur dieselbe Pointe zweimal hören möchte niemand.
Wie bleibe ich ruhig, wenn ich vor Publikum nervös werde?
Nervosität ist normal und von außen meist weniger zu sehen, als es sich anfühlt. Lern die ersten zwei Sätze fast auswendig, danach wird es leichter. Atme vor dem Aufstehen einmal langsam aus, länger aus als ein. Stell dir ein Glas Wasser hin. Halte das Blatt mit beiden Händen oder leg es ab, dann sieht niemand, wenn deine Hände zittern. Und such dir zwei, drei freundliche Gesichter, zu denen du sprichst. Wenn die Stimme wegbricht, mach eine Pause. Die Gäste warten gern, sie sind auf deiner Seite.
Wie viele Reden verträgt eine Hochzeit?
Drei bis fünf Reden passen in die meisten Feiern. Wird es mehr, lohnt es sich, einige zu kürzen oder zusammenzulegen, zum Beispiel zu einer gemeinsamen Rede beider Trauzeugen oder beider Elternpaare. Wer nur ein paar Worte sagen möchte, kann einen Trinkspruch halten oder etwas ins Gästebuch schreiben. Nicht jeder liebe Gedanke muss ans Mikrofon.
Deine Geschichte fehlt noch
Die Beispiele zeigen den Aufbau. Was deine Rede besonders macht, weißt nur du. RedeStudio stellt dir die Fragen von oben, ordnet deine Antworten und schreibt daraus einen ersten Entwurf in deinem Ton, den du Satz für Satz anpasst. Ein Konto brauchst du zum Anfangen nicht.
Hochzeitsrede beginnenKostenlos – für begrenzte Zeit · ohne Anmeldung